Unsere Füße tragen uns durchs Leben – und doch schenken wir ihnen oft viel zu wenig Aufmerksamkeit. Vor allem, wenn es um die richtige Schuhgröße geht, verlassen sich viele blind auf Standardgrößen, ohne zu hinterfragen, ob sie wirklich passen. Das Problem? Die meisten konventionellen Schuhe sind zu schmal geschnitten und lassen den Füßen nicht genug Platz. Das führt zu Fehlstellungen, Druckstellen und langfristigen Beschwerden. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Füße mit einer einfachen Methode ausmessen kannst, um endlich die richtige Schuhgröße zu finden – insbesondere, wenn du über Barfußschuhe nachdenkst.
Inhalt:
- AHA-Momente mit Barfußschuhen
- Warum Standard-Schuhgrößen nicht reichen
- Was du zum Ausmessen deiner Füße brauchst
- Schritt 1: Den Fußumriss aufzeichnen
- Schritt 2: Länge und Breite messen
- Schritt 3: Die richtige Schuhgröße finden
- Warum Barfußschuhe besser zu deinen Füßen passen
- Häufige Fehler beim Ausmessen & wie du sie vermeidest
- Schluss mit falschen Schuhgrößen
AHA-Momente mit Barfußschuhen
Ich bin Physiotherapeutin – eigentlich sollte ich es besser wissen. Und doch habe ich jahrelang viel zu enge Schuhe getragen. Vor zwölf Jahren habe ich zum ersten Mal Barfußschuhe wahrgenommen. Mein Kollege hatte Zehenschuhe, die alles andere als stylisch aussahen. Wirklich hinterfragt, warum er mit diesen Schuhen umherging habe ich tatsächlich nicht.
Ungefähr zur selben Zeit hatte ich eine akute Gelenksentzündung im Großzehen. Ein kleiner Hallux valgus (wenn sich der große Zehe nach innen biegt) hat sich auch angekündigt. Und immer noch war mir nicht bewusst, welchen Einfluss die moderne Schuhindustrie auf den Körper haben kann. Diese Erkenntnis kam erst Jahre später...
Warum Standard-Schuhgrößen nicht reichen
Die meisten Menschen verlassen sich beim Schuhkauf auf Standardgrößen. Aber was kaum jemand weiß ist, dass Schuhgrößen nicht genormt sind. Und so hat jeder Hersteller seine eigene Wahrheit von einer Schuhgröße, welche sogar innerhalb der eigenen Modelle abweichen kann.
Auf Standardgrößen ist also kein Verlass. Des weiteren verändern sich Füße über die Zeit - sie können sich verformen, mehr Mukkis (oder weniger Muskeln) bekommen etc. Es ist also kaum möglich nur eine einzige Schuhgröße (und das auch noch über Jahre hinweg) zu haben.
Um den passenden Schuh zu wählen, ist nicht nur die Länge das Entscheidende. Die tatsächliche Fußbreite oder -form spielt eine ebenso große Rolle.
Typische Probleme:
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Viele Schuhe sind zu schmal geschnitten, was die Zehen zusammendrückt und zu Druckstellen führen kann.
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Die Längenangaben variieren je nach Marke.
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Die Fußform (z. B. breite oder schmale Füße) wird nicht berücksichtigt.
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Fehlstellungen wie Hallux valgus oder Hammerzehen können durch falsches Schuhwerk begünstigt werden.
Was du zum Ausmessen deiner Füße brauchst
Es gibt verschiedene Messmethoden für deine Füße. Hier möchte ich auf die Schablonen-Messmethode mit Stift und Papier eingehen. Bevor es losgeht, stelle sicher, dass du folgende Dinge parat hast:
✅ Ein festes Papier / Karton / Pappe
✅ Einen dünnen Stift (z.B. nur die Kugelschreibermiene)
✅ Ein Lineal oder Maßband
✅ Eine ebene Fläche (z. B. Holzboden oder Fliesen, kein Teppich)
✅ Deine Füße – barfuß oder mit den Socken, welche du im Schuh tragen wirst.
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Schritt 1: Den Fußumriss aufzeichnen
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Lege das Blatt Papier auf den Boden und stelle einen Fuß drauf. Stelle dich dazu am besten hin, damit dein Fuß unter Belastung ist. Achte darauf, dass dein Fuß gerade steht.
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Halte den Stift senkrecht (nicht schräg!) und zeichne den Umriss deines Fußes nach. Wiederhole das Ganze mit dem anderen Fuß.
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Achte darauf, dass du nicht „unter“ den Fuß zeichnest – sonst wird das Ergebnis verfälscht.
Schritt 2: Länge und Breite messen

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Länge: Miss den Abstand von der Ferse bis zur längsten Zehe. Das ist deine Fußlänge.
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Breite: Miss die breiteste Stelle deines Fußes – meistens auf Höhe des Ballens.
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Vergleiche beide Füße! Oft gibt es kleine Unterschiede. Nimm den größeren Wert als Referenz.
💡 Tipp: Deine Füße schwellen im Laufe des Tages leicht an. Messe am besten nachmittags oder abends!
Schritt 3: Die richtige Schuhgröße finden
Jetzt hast du deine Fußmaße – aber wie findest du die passende Schuhgröße?
Vergleiche deine Werte mit den Herstellerangaben:
📏 Fußlänge in cm + ca. 12 mm Zugabe (bei Erwachsenen) bzw. 15 bis 17 mm Zugabe (bei Kindern)
📏 Fußbreite in cm + 2 bis 5 mm Zugabe
Vielleicht ist dir noch gar nicht aufgefallen, dass einige Hersteller auch die Breite der Schuhe angeben. Hier habe ich dir ein paar Beispiele für Barfußschuhe, bei denen du auch die Breite (Innenmaß) der Schuhe vor der Bestellung herausfinden kannst.
- Groundies*
- Feelgrounds* | -5% mit dem Code SEAITYOURSELF5
- Lems (eine gute Auswahl findest du bei GoFree Concepts*)
Wenn du im Voraus schon mal filtern kannst, welche Schuhgröße bzw. Marke zu deinen Füßen passt, vermeidest du auch unnötige Bestellungen (solltest du Online deine Schuhe kaufen) und tust somit der Umwelt einen gefallen.
Sollten keine Angaben zur Breite gemacht werden, dann vergleichst du deine Längen-Maße einfach mit dem Größenfinder der entsprechenden Marke. Wenn nun der Schuh da ist, dann nutze deinen gezeichneten Fußumriss als Schablone (nur die des größeren Fußes!), um ihn in den Schuh zu legen. Besonders wenn es um die Schuhauswahl deiner Kinder geht, ist das eine wunderbare Methode. Mit deinen Fingern kannst du dann von innen den Schuh / den Schablonenrand abtasten. Sollte sich das Papier / der Karton wellen, dann ist der Schuh zu klein / eng. Die Schablone sollte flach im Schuh liegen und keinen unnötigen Platz drum herum haben. Denn einen zu lockeren Schuh ist ebenso ungünstig, wie einen zu engen Schuh.
Viele Schuhmarken bieten dir beim Schuhkauf Unterstützung an, auch wenn du online bestellst. Wildling Shoe haben dir zum Beispiel eine individuelle Onlineberatung* und regelmäßige Live-Beratungen* zu bestimmten Themen. Auch stellen sie dir eine Vorlage zur Größenermittlung der Füße zur Verfügung.
Warum Barfußschuhe besser zu deinen Füßen passen
Wenn du deine Füße ausgemessen hast, wirst du merken: Die meisten klassischen Schuhe sind zu schmal. Das stellst du dann mit erschrecken fest, wenn du deine Schablone mal in deine konventionellen Schuhe legst. Barfußschuhe wie z.B. die Schuhe von Wildling* hingegen haben:
✅ Eine breitere Zehenbox – deine Zehen haben Platz!
✅ Keine Absatzsprengung – das sorgt für eine natürliche "Haltung" / Körperausrichtung (bis zum Kopf!).
✅ Dünne Sohlen – für mehr Bodenkontakt und gesunde Fußmuskulatur.
Häufige Fehler beim Ausmessen & wie du sie vermeidest
🚫 Den Stift schräg halten → Dadurch wird der Umriss größer oder kleiner als der Fuß.
🚫 Morgens messen → Füße sind morgens kleiner als abends.
🚫 Zu wenig oder zu viel Zugabe → Barfußschuhe brauchen Platz, aber nicht zu viel!
💡 Tipp: Miss deine erwachsenen Füße zweimal im Jahr – sie können sich mit der Zeit verändern! Bei wachsenden Kinderfüßen solltest du einmal im Monat messen. Gut zu wissen ist auch, dass Füße in Schüben wachsen. Es kann also plötzlich sein, dass die Schuhe deines Kindes nicht mehr passen. Im übrigen gilt das selbe auch für Socken!! Auch diese können den Fuß einengen.
Schluss mit falschen Schuhgrößen
Unsere Füße sind eine wichtige Basis unserer Bewegung – und doch quetschen wir sie oft in zu kleine oder falsche Schuhe. Mit dieser einfachen Messmethode findest du endlich die passende Größe und kannst Schuhe wählen, die wirklich zu dir passen. Solltest du ganz neu auf Barfußschuhe umstellen, dann achte darauf, dass du deinem Körper die nötige Zeit gibst. Ein Barfußschuh ist wie ein Trainingsgerät. Wenn du deine Füße nun täglich ins "Fitnessstudio" bringst, dann kann der Fuß auch schnell mal überlasten.
Wenn du merken solltest, dass deine Füße steif und unbeweglich sind und es dir schwer fällt, deine Muskeln anzusteuern (z.B. den großen Zehen abspreizen), dann wird es Zeit für ein paar Zusatzübungen. Wie du wieder in mehr Bewegung und Leichtigkeit kommst, zeige ich dir in meinem neuen Onlinekurs >> COMING SOON!
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